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FAMILIENPSYCHOLOGISCHER SACHVERSTÄNDIGER

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Der familienpsychologische Sachverständige ist Helfer und Beweismittel des Gerichtes;

seine Aufgabe besteht darin eine, das Kindeswohl sichernde, Empfehlung abzugeben.

 

Eine hohe Transparenz und Nachvollziehbarkeit der sachverständigen Bewertung und Be-

antwortung der gerichtlichen Fragestellung erleichtert den Elternteilen zu einer modifizierten 

Sichtweise sowie Akzeptanz der Entscheidung zu gelangen bzw. erhöht die Wahrscheinlich-

keit eine einvernehmliche Lösung für die Familie nach Trennung und Scheidung zu finden.

   

GUTACHTENAUFTRÄGE werden zu folgenden Fragestellungen angenommen:

         - Umgang eines Kindes mit seinen wichtigen Bezugspersonen.

         - Regelung der elterlichen Sorge.

         - Regelung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes.

         - Beurteilung der Erziehungsfähigkeit.

         - Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung.

         - Notwendigkeit einer Herausnahme eines Kindes aus seiner Familie.

         - Herausgabe eines Kindes an seine Familie.

         - Vorliegen einer Eltern- Kind- Entfremdung.

         - weitere familiengerichtliche Fragestellungen.

 

Der Begutachtungsprozeß geschieht in Anlehnung an die "Richtlinien für die Erstellung psycho-

logischer Gutachten" der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen sowie die Empfehlungen

der Arbeitsgruppe "Qualitätsstandards für psychodiagnostische Gutachten" der Deutschen Gesell-

schaft für Psychologie und den Anforderungen der "Untersuchung über Qualitätsmerkmale

in der familienrechtspsychologischen Begutachtung" der Fernuniversität Hagen ferner den "Mindest-

anforderungen an die Qualität von Sachverständigengutachten im Kindschaftsrecht" der "Arbeits-

gruppe Familienrechtliche Gutachten 2015".

Die neuere Spruchpraxis des BVerfG und des BGH findet ebenfalls Berücksichtigung.

 

Eine effiziente Begutachtungsstruktur ermöglicht i.d.R. einen kontrollierten Kostenrahmen; die Bear-

beitung wird zeitnah aufgenommen und zügig abgeschlossen

- Zu Beginn wird sowohl den Eltern als auch ihrem Kind/ ihren Kindern der Ablauf des sachverstän-

  digen Vorgehens schriftlich erläutert.

- Zur Vorbereitung der Explorationen mit den Elternteilen sowie ihrem Kind/ ihren Kindern und der

  Interviews mit Fachkräften wird die Gerichtsakte systematisch ausgewertet sowie differenzierte

  familienpsychologische Gesprächsleitfäden erstellt. Alle Gespräche mit den Verfahrensbeteiligten

  werden elektronisch aufgezeichnet.

- Elterliche Feinfühligkeit, kindliche Bindungsqualität und Verhaltensweisen sowie Interaktionen

  zwischen Kind und Bezugsperson werden mit standardisierten Verfahren erfasst.

  Deren videogestützte Auswertung geschieht an Hand strukturierter Beobachtungsbögen mit Hilfe

  sachgerechter Kategorisierungskriterien.

  Die ermittelten Ergebnisse werden auf ihre Interrater- Reliabilität (`Vergleichbarkeit´) geprüft.

- Die Untersuchung eines Kindes kann im Spielzimmer der Praxis oder in Institutionen (z.B. Kinder-

  gärten, Beratungsstellen, Jugendämter) durchgeführt werden.

- Als valide und ökonomische Datenquellen können außerdem strukturierte Erhebungsquellen wie

  Fragebögen und Testverfahren sowie Fremdberichte dienen.

- Nach Erteilung von Schweigepflichtsentbindungen werden die beteiligten Fachkräfte mit einbe-

  zogen. Das Familiengericht wird darüber frühzeitig informiert.

- Kriterien der Empfehlung stellen die Bindungs- und Beziehungsgeschichte eines Kindes (zu den

  Eltern, Geschwistern und Bezugspersonen), seine Neigung und sein Wille, die Kontinuität seiner

  Beziehungen, Betreuung und Umgebung, die elterlichen Versorgungs- und Fördermöglichkeiten,

  deren Erziehungseignung, Bindungstoleranz, Kooperationsbereitschaft, Bereitschaft zur Annahme

  von Hilfsangeboten sowie Bemühen um Konfliktreduktion dar.

- Verhaltensweisen und Entwicklungsstände eines Kindes und ggf. psychopathologische Erschein-

  ungsformen werden empirisch fundiert diagnostiziert.

- Familiale Veränderungspotentiale, Risiken und Ressourcenen für die kindliche Entwicklung sowie evtl.

  Vernachlässigungs- bzw. Misshandlungsrisiken (Gefährdungsanalyse) werden systematisch und mittels

  evaluierter Screeningverfahren erhoben.

- Die Untersuchungsergebnisse aller angewandten Erhebungsquellen (Explorationen, Interviews,

  Fragebögen- und Testverfahren, Interaktions-/ Verhaltensbeobachtungen, Fremdbeurteilungen)

  werden umfassend und kriteriumsorientiert sowie verständlich und nachvollziehbar dargestellt.

- Die Datenwiedergabe erfolgt getrennt von den Interpretationen im Befund. Dort werden Tatsach-

  en- und Situationsbeschreibungen aus dem Untersuchungsbereich um psychologischen Zusam-

  menhänge ergänzt. Letztgenannte werden somit transparent und prüfbar zugänglich.

- Feststellungen des Befundes begründen schließlich Folgerungen zur Beantwortung der gericht-

  lichen Fragestellung.

- Ein aktuelles Literaturverzeichnis wird angefügt. 

- Der Begutachtungsprozeß wird einer Intervision unterzogen.

 

Das Gesetz über die Angelegenheiten der Freiwilligen Gerichtsbarkeit sieht die Möglichkeit

zur Erweiterung des Sachverständigen- Auftrages um ein konsensorientiertes Vorgehen vor.

Eine lösungsorientierte Begutachtung hat es zum Ziel, eine einvernehmliche Vereinbarung

zwischen den durch die frühere Beziehungemotional erschütterten und auf Grund der Identi-

fikation mit ihren Kindern polarisierten Eltern zu bewirken.

Auf diese Weise soll der für alle Beteiligten höchst belastende Dauerstreit eingedämmt werden.

  

Beim systemisch- modifikationsorientierten Vorgehen werden psychologische Diagnostik, Beratung

und Intervention miteinander verzahnt.

Die unbewältigten Konflikte auf der Paarebene werden thematisiert, da sie dysfunktionale Aus-

wirkungen auf die gelebte Elternschaft - und damit das Wohl der ohnehin belasteten Kinder -

nehmen (spill over).

Der lösungsorientierte Gutachter berät über die psychologische Lage aller an der Trennung

Involvierten und versucht Empathie für die von den Erwachsenen abweichenden Bedürfnissen von

Kindern zu wecken.

 

a) Diagnostik

    Paarebene: Ausgangskonstellation, Konfliktgenese, Trennungsdynamik.

    Elternebene: Problematisches Verhalten/ maladaptives Coping; Ressourcen/ Potentiale.

    Kinderebene: Bindungen und Beziehungen; ggf. Instrumentalisierung.

b) Beratung

    Paarebene:`Schuldfrage´(Interpunktion), Förderung von Perspektivwechsel und Kommunikation.

    Elternebene: Kindliche Reaktionen auf Trennung und Scheidung, Kinder- versus Erwachsenen-

    interesssen, Aktivierung der Elternverantwortung.

c) Intervention

    Lösungsorientierte Einzelgespräche mit den Elternteilen sowie Kindern, ggf. neuen Lebens-

    partnern und Verwandten.

    Gemeinsames Eltern-/ Familiengespräch.

    Follow- up- Termine mit dem interventionsorientierten Sachverständigen.

 

Dem Familiengericht wird ein mit den Eltern erzielter Vorschlag zur Frage der Umgangsgestaltung,

des Lebensmittelpunktes oder des Sorgerechtes unterbreitet sowie der Begutachtungsprozeß, die

Stabilität der Einigung, die Position der Kinder skizziert und der elterliche Konsens gewürdigt.

 

 

Unterschiedliche Gründe bei einem oder beiden beteiligten Elternteilen können dazu führen

dass sie sich nicht auf eine Regelung der o.g. Trennungsfolgen verständigen können.

In diesem Fall wird der familienpsychologische Gutachter einen Entscheidungsvorschlag vorlegen.